berrysabenteuer


 

 

 

 

Es war Oktober 2005, als mich mein jetziges Frauchen von der Stadt zu sich auf das Land holte, in ein hübsches Häuschen mit Garten und gaaanz viel Wiese dahinter. Auch ein Bächlein ist dort, Bäume und viel Natur, alles was so ein Katzenherz glücklich macht. Vor dem Haus ist eine von Autos und Lastwagen viel befahrene Straße, die ist nicht so schön und auch Frauchens Alptraum. Aber auf der anderen Straßenseite ist ein sehr interessanter Bauernhof.

Frauchen meint, ich soll noch sagen, dass wir im schönen Allgäu sind, ganz nah an der bayrischen Grenze. Übrigens ich komme von Bayern rüber. Und sollte es nie bereuen.

Mein Leben war bis dahin ziemlich langweilig und öde. Ich wurde nur in der Wohnung gehalten und hatte auch dort nur Zugang zu 2 Zimmern. Das damaliges Frauchen hat nicht so viel mit mir geschmust und meine Katzenpartnerin konnte mich überhaupt nicht leiden, obwohl ich mich so angestrengt habe ihr zu gefallen. Weil aber die andere zuerst da war, wurde für mich ein neues Heim gesucht. Damals hieß es, eine 2te Katze sollte da sein, sonst würde ich mich einsam fühlen und nicht mehr fressen. 

So kam ich zu Ihr, Herrchen und Missy ( ein sehr elegante Perserdame.)

Die erste Nacht verlief ein bisschen unruhig. Missy fauchte und knurrte und ich natürlich auch. Sie sah mich als Eindringling. Ich weinte auch ein bißchen " so fremd und wieder eine die mich nicht mochte ". Aber dann ist alles ganz friedlich geworden. Missy hat mich akzeptiert und wir kamen gar nicht mal so schlecht miteinander aus. Nun ja, auf feine Dame machte sie schon, aber sonst war sie echt ok. Und das Frauchen mochte ich von Anfang an.

Dass es ein Herrchen gab, bekam ich erst nach Tagen mit. Er kam und gefiel mir sofort! Ich legte mich sofort auf den Rücken, damit er mich kraulen konnte. Aber er ging wieder, kam wieder und dann ging er wieder. Es hat mich etwas durcheinander gebracht. Denn damals war ich furchtbar ängstlich, vor allem wenn wer Fremder kam oder Besuch. Die wollten mich alle auch noch sehen und anfassen, echt grässlich. Sobald jemand kam ,versteckte ich mich so gut, dass nicht mal Frauchen mich fand. Ich war so ein Schisshas, dass ich sogar vor Herrchen wieder Angst hatte, weil er nicht immer da war. Einmal hatte er was vergessen und kam unerwartet zurück. Mann echt: bin ich erschrocken, ich wäre fast die Treppe runter gefallen. Trotzdem habe ich mich, als wieder so nerviger Besuch kam, mal gar nicht versteckt. Ich bin ganz nah zu ihm gelegen -damit mir ja nichts passiert- um mal zu schauen. Was soll ich sagen, es war gar nicht so schlimm, alles nette Leute.

Natürlich renne ich schon lange nicht mehr weg. Ich bin zutraulich geworden (für Frauchen fast zu sehr) und schaue mir den Besuch an, wenn er mir gefällt lasse ich mich auch streicheln.

Frauchen hat natürlich absichtlich ein Wohnungskätzchen geholt und wollte das auch so beibehalten. Sie hatte nämlich angst, dass uns draußen was passiert. Aber wir sahen vom unteren Stock aus auf die schöne Terasse und den Garten und vieles mehr. Ich hatte immer den Duft der großen weiten Welt vor mir. Irgendwann bin ich halt ausgebüchst und  Missy auch, und das dann immer und immer wieder. Muß noch sagen, dass wir zu allen Zimmern freien Zugang hatten. Nun uns hat es aber nicht mehr gerreicht, wir wollten die Welt da draußen erobern.

Im Frühjahr 2006 haben wir es dann geschafft, wir durften offiziell raus und waren Freigänger Miezen. Von Herrchen bekammen wir sogar eine selbstgebaute Katzenklappe. Mann..... was gab es da nicht alles zu entdecken. Juuhuu war das toll. Ich habe Mäuse gefangen usw. es war einfach der Hammer. Natürlich kam ich auch oft sehr schmutzig heim, schwarze Pfoten oder mit Öl verschmiert, meine weiße Hälfte war grau oder braun, also ich sah nicht immer ansehnlich aus. Ein paar mal mußte ich sogar ein Bad über mich ergehen lassen brr. Missy sah immer wie aus dem Ei gepellt aus. Weiß nicht wie sie das machte, na ja sie war eben doch ne Lady.

Sommer 2006 drehte ich dann echt durch. Ich wurde ein richtiger Streuner und Vagabund. Einmal bin ich 3 Tage und Nächte nicht nach Hause gekommen. Frauchen war sehr besorgt, aber ich dachte mir damals nicht viel dabei. Herrchen hat mich dann nebenan gefunden und nach Hause gebracht. Ich glaube dass ich etwas verwirrt war. Aber trotzdem, ich kam öfter nicht nach Hause und war einfach viel unterwegs. -Hm- also, ich hatte auch echt ne menge Arbeit. Musste mir doch mein Revier sichern und verteidigen. Ein ganz doofer Nachbarkater dachte es wäre seins, und ich hatte viel Ärger mit ihm. Überhaupt liefen hier maßenhaft so streitsüchtige Kater umher. Also ich hatte es echt nicht leicht als dazu gezogener Kater. Das muss jetzt schon mal gesagt werden. 

Madame Missy war natürlich trotz Freigang viel zu Hause und hat mit Frauchen geschmust. Sie war eh ne olle Schmuse, bei jedermann tss. Ich war damals nicht so, kannte es ja auch nicht. Als Frauchen mich das erstemal auf den Schoß setzte um zu schmusen war mir eher unbehaglich. Aber das war einmal, heute genieße  ich es wenn Frauchen mich auf den Arm nimmt und schmiege mich an sie, natürlich nur wenn mir auch gerade danach ist. 

Am 06.06.2006 ist dann was ganz trauriges passiert. Missy kam nicht wieder heim. Frauchen war sowas von fertig es war nicht mit anzusehen. Ich war ganz viel bei ihr und wollte sie trösten, aber ich kam gar nicht richtig an sie ran. Frauchen sagte: " Diese furchtbare Straße " und weinte viel.

 

  

Aber dann meinte Sie:

 

Jetzt sind wir keine komplette Familie mehr und auch ich wäre einsam. Hatte mann doch damals gesagt, ich würde nicht fressen, wenn ich keine Partnerin hätte. Nun ich hatte trotzdem noch Appetit.

Aber nach einer Woche kam sie mit so einer Babykatze an, also ich war nicht begeistert. Aber Frauchen wollte sie haben und dann blieb sie da. Was sollte ich machen? Ich dachte, ich ignoriere sie einfach.  Aber Pustekuchen nicht mit Mora ( so hieß der Wurm ) Mann, hat die mir schön getan, ihr könnt euch das nicht vorstellen. Angehimmelt hat die mich, hat sich mir immer wieder angenähert und alle Tricks angewendet. -Puh ja -ich gebe es zu, sie hat mich herumgekriegt. Ich habe sie dann voll aktzeptiert und mochte sie echt richtig gerne. Sie hat schrecklich geschmust wie Missy. Aber im Gegensatz zu Missy hat sie es auch furchtbar gerne mit mir getan. Da schaut ihr, aber es war so, ich war ihr ein und alles. Im Winter 2006/2007 haben wir ganz viel geschmust und gekuschelt. Wenn sie mir zu sehr auf die Nerven ging mußte ich sie halt in ihre Schranken verweisen. Aber es war schon irgendwie schön und was besonderes mit ihr.

Das Frühjahr kam und Mora wurde ein ganz fetziges Mädchen. Menno und jagen konnte die, selbst ich war beeindruckt. Sie natürlich, ganz Mädchen, hat immer stolz ihre Beute nach Hause gebracht. Geschenke nannte sie es, tss. Frauchen war aber nicht sonderlich begeistert. Einmal hatte ich dann auch einen Vogel gebracht. Wollte da jetzt irgendwie auch nicht nachstehen." Oh Gott"war Frauchen entsetzt, dass "ich" sowas machte. Ich ließ das dann sofort wieder sein. Ich habe nämlich noch nie Geschenke mit nach Hause gebracht und tat es auch nicht mehr. Habe es nicht nötig damit anzugeben.  Aber Mora war das piep egal, sie brachte weiter munter Geschenke.

Aber es war halt so wie vorher bei Missy auch. Mora war trotz alledem ganz viel bei Frauchen und hat mit ihr geschmust. Und ich, ja ich musste die Welt entdecken und habe viel gestreunt.

Aber dann ist mir doch was ganz schreckliches passiert. Es war April 2007. Ich war natürlich wieder mal beim streunen ( inzwischen war ich ja auch sehr zutraulich ) und da hat mann mich einfach mitgenommen. Ich habe es erst gar nicht wirklich gecheckt, aber dann wurde ich in einen Schuppen oder so was eingesperrt. Ich habe schon zu essen bekommen und auch Kinder haben mich gestreichelt. Aber ich konnte nicht mehr raus. Mann wurde ich traurig und angst hatte ich auch. Mir wurde klar, wie sehr ich zu Frauchen wollte, wie ich sie vermisste und überhaupt zu unserem wunderschönem  Haus. Ich hatte dann auch ganz viele Träume, da rief mein Frauchen: "Bobbele, Bobbele komm doch heim ". Ja ich wollte so gerne heim.

Nach 7 endlosen Tagen bin ich irgendwie entwischt und saß dann auf einer Wiese. Ich musste mich erstmal orientieren, aber dann rannte ich los, ich rannte und rannte und auf einmal war ich vor unserem Haus. Ich rein und dann stand ich vor Frauchen ( Mein Herz hüpfte vor Freude ) und sie strahlte und sagte nur: " Bobbele "  und ich strahlte auch. Mann war ich glücklich. Es war der 28 April als ich heimkehrte. Ich rannte wie irr umher, musste doch schauen ob alles in Ordnung war. Frauchen musste an diesem Abend noch außer Haus und ich schaute ihr nach wie sie weg fuhr.  Am anderen Morgen kam ich zu ihr ins Bett. Ich schmuste wie ich es noch nie tat, ich wälzte mich und drückte mich ganz fest an sie, immer und immer wieder und habe sie sanft mit der Pfote gestreichelt. Ich habe sogar die Schmusen Missy und Mora übertroffen, aber ihr müßt das verstehen, ich war sowas von glücklich und musste es ihr zeigen.

Doch einen Tag danach ist schon wieder ein Unglück geschehen. Es war wieder die Straße, sie hat uns Mora genommen. Frauchen war sowas von traurig , aber ich war ganz viel bei ihr und habe sie getröstet und diesmal hat sie es dankbar angenommen. Ich verstehe es ja nicht so ganz, denn ich gehe auch immer über die Straße.

  

 

 

Frauchen meinte, ich bekomme jetzt keine Katzenpartnerin mehr, sie kann es nicht mehr ertragen noch ein Katzenmädchen zu verlieren. Nun ja, ich kam dann auch sehr gut alleine zurecht. Vorallem war ich jetzt absoluter Chef im Haus. Wow,  und ich nützte es aus und tue es heute noch. Aber ich wurde auch sowas von verwöhnt nach meinem Abenteuer, jeder Wunsch wurde mir von den Augen abgelesen. Ich bekam nur das allerfeinste zum fressen und überhaupt ich durfte fast alles. Das Resultat ist jetzt, daß ich schrecklich verwöhnt bin und furchtbar heiklig, immer das feinste und viel Abwechslung, sonst rümpfe ich recht hochmütig die Nase und lasse es stehen. Meine Menschen ( na ja vor allem Frauchen ) rennen damit es mir ja gut geht. Ok,  ich benehme mich schon sehr Pascha mäßig. Aber was kann ich jetzt dafür, dass mann mich so verwöhnte.

Aber ich habe mich nach meinem Schreckabenteuer doch verändert.  Ich streunte nicht mehr wie früher, war nachts meistens daheim und weit weg gegangen bin ich auch nicht mehr. Und jetzt bin ich Frauchens Schmusemieze, sie braucht echt keine andere mehr. Seit ich entdeckt habe wie schön es ist mit seinen Menschen zu schmusen ( weil sie auch sowas von lieb zu mir sind ) tue ich es oft, gerne und ausgiebig. Überhaupt, ich gebe alles tausendfach zurück mit meiner Liebe, ich hänge schrecklich an Frauchen und manchmal laufe ich ihr nach wie ein Hündchen. Ja schon gut, stehe doof da, aber Frauchen besteht darauf, dass ich die Wahrheit sage.

Ja und von da an hatte ich nicht mehr wirklich große Abenteuer, nur so kleine Begebenheiten, aber damit hielt ich Sie  unbeabsichtigt natürlich, ganz schön in Trab.

August 2007 ging es mir mal ganz schlecht, ich hatte schrecklichen Durchfall und Blut im Stuhl. Als wir zum Tierarzt gingen, stellte der fest, dass mir etwas ganz schlecht bekommen ist und ich hohes Fieber hatte. Aber er hat mich gesund gemacht.

Im Oktober 2007 war mein rechtes Ohr blutig und Frauchen fand noch ein Stück Kralle darin. Nun sie hat es vorsichtig raus gemacht und dann ist es auch schön verheilt. Aber es hat sich unten entzündet und auf einmal hatte ich ein ganz dickes, blaues und steifes Ohr. Der Tierarzt musste es aufschneiden, weil da war ganz viel Eiter drin und so. Ich bekam Anti Biotika Spritzen und so ein Zeug, aber er hat mich wieder ganz wunderbar hinbekommen.

Frühjahr 2008 hing ich auch so leblos rum und ohne Antrieb. Frauchen sehr besorgt ging wiedermal zum Tierarzt mit mir. Ich hatte ne Nierenentzündung, aber nach Tagen mit Spritzen war ich wieder gesund und durfte wieder raus. Muss jetzt doch mal erwähnen, dass ich ein ganz vorbildlicher Kater beim Tierarzt bin, ich halte so schön still, dass mann das erstemal sagte: Ist er so cool oder tut er nur so. Also das ist ja fast eine Beleidigung, ich bin nämlich ein ganz cooler Kater jawohl. 

Wow aber danach war ich doch glatt wieder tagelang unterwegs, ohne heim zu kommen. Aber ich musste auch sofort nach dem rechten sehen und sagen, dass ich wieder da und gesund bin. Womöglich hätten die mein Revier aufgeteilt und mich abgeschrieben, nicht aus zudenken.

August 2008 kam ich heim und hinkte am rechten Vorderfuß ( Aua ) Frauchen war etwas panisch und dachte ich wäre von einem Auto angefahren worden oder sonst was schlimmes. Und schon stand wieder der Katzenkorb da, also wieder mal ab und zum Tierarzt. Der hat aber gepetzt und gesagt, dass ich im Kampf gebissen worden bin. Au weh, da hättet ihr sie mal hören sollen: Ein ganz verstrittener Kater sei ich ( Aber das sind doch die anderen, ich verteidige mich nur ) und ich würde sie noch ins Grab bringen mit den Aufregungen, und an den Ruin treiben mit den Tierarztkosten usw. Überhaupt, auch würde ich immer über die Straße gehen wo sie doch so Angst hat, dabei wäre es hinter dem Haus so schön.

"Ach liebes Frauchen du verstehst wohl nicht soviel von Revieren was ??!! Mann kann doch nicht nur hinter dem Haus sein Revier haben, es umschließt doch das ganze Haus, und da ist halt die Straße. Aber ich passe doch immer auf und überhaupt wollte ich dir keinen Ärger machen. Außerdem ist doch der Bauernhof dort, da ist es so schön und der Bauer ist sooo nett. Das weißt du doch "

Dannach war nichts besonderes mehr, außer den üblichen Kratzern, blutige Nase und diverse solche Kleinigkeiten, Lapalien einfach. Ach ja im September 2008 musste ich mal auf einen Baum flüchten. Und ich weiß auch nicht warum, aber als ich heim kam war ich total mit Harz verklebt. Rrr war das ecklig, ich bekam mich gar nicht mehr richtig sauber und der Geruch hat mich ganz wuschelig gemacht. Ich rannte planlos im Haus herum und verkrümmelte mich wieder mal. Meine lieben Menschen haben mich dann vom Harz befreit und am anderen Tag war ich wieder klar im Kopf.

Ja und dann waren da noch die mehr oder weniger unfreiwilligen Bäder im dreckigen Wasser. Frauchen dachte erst es würde grausig regnen, aber dann hat sie meinen trockenen Kopf und Rücken bemerkt und den Dreck. Aber das ist ja echt nicht der Rede wert.

Wir haben jetzt November 2008 und zur Zeit bin ich sooo lieb, dass ich gerade von mir selber begeistert bin. Jeden Abend komme ich brav nach Hause und wenn Frauchen daheim ist bin ich ganz viel bei ihr. Es gefällt ihr sehr. Und wenn sie Zeichen gibt komme ich ganz schnell gesprungen ( zu 90% ), außer ich kann gerade nicht, höre es nicht oder habe keine Lust. Das Zeichen ist der Rolladen an der Balkontür, sie zieht ihn rauf und runter, und das klappert dann so. Das heißt, sie ist da oder möchte dass ich nach Hause komme. Und ich komme, da seht ihr mal wie klasse ich bin. Ja gut das Wetter macht im Moment auch nicht so mit, es ist auch ein bißchen langweilig draußen. Aber wenigstens redet Frauchen dann viel mit mir und kümmert sich. Ich selber bin ja kein so ein Schwätzer, beschränke mich auf das wesentliche.

Also bin schon froh, dass ich ein so schönes Heim habe und so ein liebes Frauchen. Herrchen ist auch ganz lieb und prima, aber er streunt viel, wie ich früher. Er nennt das arbeiten und meint, sonst ginge es mir gar nicht so gut wie jetzt. Hmm

 

Wir haben jetzt den  25. November 2008

Und wenn ihr wissen wollt, wie es mir weiter so ergeht dann könnt ihr mein Tagebuch lesen

Euer Berry

 

 

 

  

 

 

 

 

 

 

 

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